Langweilig? Ganz und gar nicht!

Lesung in Gauting

Lesung aus "Sei lieb und büße"

Letztens wurde ich gefragt, ob es nicht langweilig wäre, immer wieder den gleichen Text vorzutragen. Es ging dabei um Lesungen, die ich derzeit gehäuft halten darf. Spontan habe ich die Frage verneint, und meine Antwort war nicht nur spontan, sie war auch absolut ehrlich: Nein, es ist ganz und gar nicht langweilig immer wieder aus dem gleichen Buch zu lesen!

Entspannte Lesung in der Buchhandlung Kirchheim

Mit Anna Schneider in der Buchhandlung Kirchheim in Gauting

Die Frage  beschäftigte mich allerdings noch länger, erinnerte sie mich doch an meine eigenen Gedanken hinsichtlich der Künstlerkollegen vom Theaterfach. Es waren nämlich die gleichen: Wird es den Schauspielern nicht langweilig, monatelang das gleiche Stück aufzuführen?

 

WARUM also ist es nicht langweilig?, habe ich mir überlegt und bin zu folgendem Schluss gekommen:

Lesung in Gauting mit Anna Schneider und Martina Prietz

Mit Anna Schneider und Martina Prietz in der Buchhandlung Kirchheim in Gauting

Theoretisch müssten Lesungen ja, vor allem, wenn man aus dem gleichen Buch liest, auch relativ gleich ablaufen. Tatsächlich ist jede Lesung einzigartig – nicht nur was die Anzahl und Erwartungen der Zuhörer, die Location und den Ablauf angeht, auch die Resonanz der Zuhörer ist  jedes Mal sehr unterschiedlich. Und genau das macht es für mich als Lesende so spannend!

Leipzig – ein Erlebnis der besonderen Art

Zunächst muss ich sagen, ich bin ein Fan der Leipziger Buchmesse, da es dort bunt, turbulent und spaßig zugeht. Wohin das Auge reicht, junge Menschen in phantastischen Kostümen, verrücktesten Perücken und gewagtem Makeup bis hin zu vampirroten Kontaktlinsen. Ein Happening!

Dann die Lesungen  - ein Höhepunkt jagt den nächsten, die Wahl fiel so manches Mal recht schwer und wurde pragmatisch von der Entfernung zur nächsten Lesebude beeinflusst. Es war nämlich gar nicht so leicht, sich durch die Gänge zu schieben…

Buchmesse LeipzigFür mich hatte die Messe auch ein persönliches Highlight. Nach der Premierenlesung zu “Sei lieb und büße” hatte ich meine erste Signierstunde und ich durfte sage und schreibe 50 Minuten Autogramme geben und mit meinen Lesern kurze, aber herzliche Worte wechseln. Einige Namen oder Gesichter kannte ich bereits aus dem Internet, von Leserunden oder über Facebook, und das war dann oft besonders schön, eine echte Person mit dem virtuellen Profil zu verbinden. Ein großes Dankeschön an all die, die sich durch die Massen gekämpft haben, um zu meiner Lesung zu kommen und/oder  beim Loewe Verlag um ein Autogramm angestanden haben. Ich habe mich über jeden einzelnen Kontakt gefreut!

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Gerade habe ich mit meinem Sohn “Les Misérables” angesehen. Obwohl ich die Geschichte kannte, hat mich die bildgewaltig dargestellte Armut sehr berührt. Unvorstellbar, in welchem Elend und welcher Rechtlosigkeit Menschen früher gelebt haben. Nach dem Film haben wir darüber geredet, welch Glück wir haben, in der heutigen Zeit leben zu dürfen und auf welch hohem Niveau wir jammern, wenn wir uns von den kleinen Widrigkeiten des Lebens ungerecht getroffen fühlen.
Vor dem Film wurde allerdings der Werbetrailer einer Hilfsorganisation gezeigt, der deutlich gemacht hat, dass auch in der heutigen Zeit an vielen Orten diese Form der Armut und Hoffnungslosigkeit existiert. Zur richtigen Zeit geboren zu sein, ist also nur die halbe Miete. Doch dabei geht es nicht nur darum, nicht in einem Krisengebiet zu leben, sondern es geht viel weiter: in welche Familie wird man hineingeboren?
In meinem Mysterythriller „Rachekind“ gehe ich auf die unglaublichen Gräueltaten ein, die vor nicht allzu langer Zeit in Kinderheimen quer über den Globus an der Tagesordnung waren. Noch heute kämpfen die Opfer von damals um Entschädigung, das Thema wurde Jahrzehntelang totgeschwiegen. Tatsächlich hat eines der Opfer den großen Mut gehabt, Ende der neunziger Jahre das Tabu zu brechen und damit an die Öffentlichkeit zu gehen. Ein Journalist hat darüber sogar in einer großen Tageszeitung berichtet. Doch es verpuffte, ohne von der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden. Zehn Jahre später wagte das Opfer einen neuen Versuch. Diesmal zur richtigen Zeit – es schlug ein wie ein Bombe, viele weitere Opfer wagten sich an die Öffentlichkeit, ein Skandal, der viele „ehrbare“ Organisationen in schlechtes Licht rückte. Ich frage mich: Warum hat es damals nicht die gleiche Empörung hervorgerufen? Was hat sich geändert? Brauchte auch diese Information die richtige Zeit und den richtigen Ort?
Wahrscheinlich. Aber was bedeutet dies für unseren Mikrokosmos? Wie viel von unserem Leben wird durch Zufälle gesteuert? Wie oft nimmt unser Leben eine Wende, weil wir zur richtigen Zeit am richtigen Ort, bzw. zur falschen Zeit am falschen Ort sind?

Das ewig schlechte Gewissen

Heute habe ich mal wieder Yoga sausen lassen, da ich dringend meinen Szenenplan beenden muss. Yoga ist in 10 Minuten vorbei,  der Szenenplan schlummert noch immer in dem ungeöffneten Worddokument. Was ist passiert?

Nichts. Innocent

Doch. Ich habe auf den Icon “Verbinden” auf der unteren Taskleiste des Computers geklickt und schwupps, sind zwei Stunden vorbei. Emails, Facebook, sehen, was in der Leserunde los ist, etwas Recherche …

Gefühlte Effizienz: 0

Schlechtes Gewissen: 10

Meinem Rücken gegenüber, der die Bewegung dringend nötig hätte, meiner Lektorin gegenüber, die auf den Szenenplan wartet, meinem Mann gegenüber, der den heutigen Abend wieder allein verbringen darf, während ich “nach”-arbeite. Und was nützt es?

Nichts.

Denn auch morgen werde ich wieder auf diesen Icon klicken…

 

Einfach nur wow…

Vor zwei Wochen erschien mein neues Buch Rachekind, ein Thriller mit Mysteryelementen. Nachdem meine Leser von mir bislang reale Thriller gewohnt sind, war ich sehr nervös, wie sie auf Rachekind reagieren würden. Auch wenn ich selbst von dem Buch überzeugt bin (trotz der typischen Autoren-Selbstzweifel), wuchs die Angst, dass der Mysteryaspekt nicht angenommen werden würde. Doch dann kam die erste Rezi. 5 Sterne. Dann die zweite und die dritte Rezi. Lob und volle Punkte und immer wieder die Bemerkung, dass die Mysteryelemente zu der Geschichte wie die Faust aufs Auge passten. Das Buch rutschte bei Amazon in die Top 100 und ergatterte bei Lovelybooks den 2. Platz der besten Taschenbuchneuerscheinungen im Januar.

Daher hier ein riesiges Dankeschön an alle, die Rachekind zu diesen tollen Platzierungen verholfen haben!

Cool

Leserunde zu Rachekind auf lovelybooks

Der Heyne Verlag verlost derzeit 10 Bücher für die Teilnahme bei einer von mir begleiteten Leserunde auf lovelybooks. Wer sich bewerben will – Anmeldeschluss ist der 10. Januar!

RachekindEs gibt Phänomene, für die es keine Erklärung gibt, oder vielleicht doch?

Der packende Mysterythriller »Rachekind« geht dieser Frage nach, indem ein kleines Mädchen zum Zentrum eines mysteriösen Mordfalls wird und den Schlüssel zur Lösung kennt.

Eines Abends verschwindet Hannas Mann Steve spurlos und lässt sie mit ihrer einjährigen Tochter Lilou zurück. Hanna ist sich sicher, dass etwas Schlimmes passiert ist, doch niemand glaubt ihr. Also begibt sie sich allein auf die Suche nach ihrem Mann. Als Lilou sich immer seltsamer verhält, scheint es, als stehe sie in Kontakt mit Steve. Hanna begreift, dass sie den Zeichen ihrer Tochter folgen muss, denn dies ist ihre einzige Chance, Antworten zu bekommen. Bisher hat ihre verzweifelte Suche nur eines zutage gefördert: Der Mann, den sie unter dem Namen Steve Warrington kennen und lieben lernte, hat offiziell nie existiert. Sie macht sich auf die Suche nach der Wahrheit und begibt sich dabei in tödliche Gefahr …

Hier geht´s zur Leseprobe.

So fängt das Jahr gut an!

Nach einem verzwickten 2012, das zwar durchaus seine Highlights hatte, aber in meiner Lebenschronik eher unter der Rubrik “Challenges” auftauchen würde, fängt das Jahr 2013 ausgesprochen gut an – nämlich mit einem Video von Andrea Koßmann, in dem “Schweig still, süßer Mund” als eines ihrer Lesehighlights 2012 genannt wird, und “Rachekind” und “Sei lieb und büße” auf der “Vorfreudeliste” für 2013 erscheinen!

“Rachekind” steht übrigens auch bei “Claudias Bücherregal” auf der Empfehlungsliste für Januar und bei “Ankas Geblubber” findet sich “Sei lieb und büße” bei den Neuerscheinungen für 2013.

Jetzt bibbere ich natürlich den ersten Rezensionen entgegen – noch 10 Tage! Der Countdown läuft, dann erscheint mein Mysterythriller  ”Rachekind”.

Ein Kinderbuch zu Weihnachten? Klar: Angelina Bodyguard!

Angelina Bodyguard von Charlotte Habersack. Ein Knüller für Kinder (und mitlesende  Eltern), die auf lustige, warmherzige und ziemlich verrückte Geschichten stehen. Ganz kurz der Inhalt: Olgas Eltern trennen sich, worunter Olga naturgemäß leidet. Zumal ihre beste (und etwas trampelige) Freundin ein riesige und funktionierende Vorzeigefamilie ihr Eigen nennt, für die sie zum Krippenspiel gleich 7 Karten braucht. Olga bestellt während eines kurzen Gehirnlapsus zum Auftrumpfen 10 Karten, obwohl ihre Familie sich auf sie selbst und ihre Mutter reduziert hat. Da lernt sie ihren Schutzengel, Pardon, Bodyguard Angelina kennen. Angelina hat sich bei einem Schutzengeleinsatz einen Flügel gebrochen  und  braucht Olgas Hilfe. Sie verspricht Olga, dass bis Weihnachten  ihre Familie wieder heil ist und zieht bei ihr ein und mit ihr das Chaos… Turbulent und kunterbunt, wunderbare Charaktere und schräge Situationen, ein Buch das Mut macht und ein Dauerlesegrinsen ins Gesicht zaubert. Klare Leseempfehlung!

Morden im Minutentakt am 8. Dezember

Krimitag

Krimitag

Am 8. Dezember findet wieder der Krimitag statt. Ins Leben gerufen vom Syndikat organisieren an diesem Tag Regionalgruppen des Syndikats in ganz Deutschland Krimilesungen zu einem guten Zweck.

Auch in München sind wir aktiv, mit einer Lesung am Glausertag: Mordlust in weiß-blau

Termin: 8. Dezember 2012, 20.30 Uhr (Einlass 19 Uhr, Bewirtung)
Ort: Theater Drehleier, Rosenheimer Str. 123, München
Eintritt: 15 Euro
Erleben Sie bei dem Münchner Event die mittlerweile berühmt-berüchtigten Eieruhr-Lesungen von Bestsellerautoren, Lokalgrößen und Newcomern, die an diesem Abend auch gern ihre Werke signieren und für Fragen offen stehen. Begleitet wird die Veranstaltung von kriminell-guter Musik und natürlich gibt es auch wieder Bücherpakete zu gewinnen.
Der Erlös des Abends wird an das “Münchner Sicherheitsforum e.V.” gespendet.

Lesen werden:
Janet Clark, Angela Eßer, Stephanie Fey, Uwe Gardein, Werner Gerl, Michael Gerwien, Jaumann Bernhard, Iris Leister, Inge Löhnig, Barbara Ludwig, Felicitas Mayall, Marc Ritter, Anna Schneider, Leonard M. Seidl

Special Guest: Werner Winkler
Musik: Schorsch & die Bagasch
Reservierung hier

Viele weitere Infos finden Sie auch unter
www.krimitag.com
und
www.das-syndikat.com